Die Kosten einer Erdwärmepumpe in Österreich 2026 liegen je nach Tiefenbohrung und Gebäudegröße zwischen 18.000 und 40.000 € (Gerät + Bohrung + Installation). Mit Bundesförderung bis 12.500 € und Landesförderung sinkt die Nettoinvestition deutlich – und die Betriebskosten sind die niedrigsten aller Wärmepumpen-Typen.
1. Erdwärmepumpe Kosten im Überblick
Die Gesamtkosten einer Erdwärmepumpe setzen sich aus drei Hauptblöcken zusammen: dem Gerät, der Tiefenbohrung (oder dem Flächenkollektor) und der Installation. Hier ein realistischer Überblick für Österreich 2026:
Stiebel Eltron, Vaillant
JAZ: 4,0–5,5
ca. 60–100 €/Laufmeter
Genehmigung erforderlich
Nach Förderung: ca.
6.000–28.000 €
Kostenblock 1: Die Sole-Wasser-Wärmepumpe
Das Herzstück einer Erdwärmeanlage ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe, die Erdwärme über ein Solesystem (Frostschutzgemisch) aufnimmt und ans Heizsystem überträgt. Gerätepreise ab Werk für ein Einfamilienhaus (6–16 kW):
- Einstieg (6–8 kW): 12.000–15.000 € – für gut gedämmte Niedrigenergiehäuser
- Standard (8–12 kW): 15.000–18.000 € – für durchschnittliche Einfamilienhäuser
- Leistungsklasse (12–16 kW): 18.000–22.000 € – für Bestandsgebäude oder größere Flächen
Kostenblock 2: Tiefenbohrung (80–150 m)
Die Tiefenbohrung ist bei Erdwärmepumpen der größte Einzelkostenposten. Pro Laufmeter Bohrung rechnet man in Österreich mit 60–100 €, je nach Geologie, Region und Bohrtiefe. Benötigte Tiefe hängt vom Heizwärmebedarf ab:
- 80–100 m: für Niedrigenergiehäuser – ca. 5.000–10.000 €
- 100–120 m: für Standard-EFH – ca. 7.000–12.000 €
- 120–150 m: für Bestandsgebäude oder schlechte Geologie – ca. 10.000–18.000 €
Genehmigung VOR der Bohrung!
Tiefenbohrungen benötigen in Österreich eine wasserrechtliche Genehmigung der Bezirksverwaltungsbehörde. Zeitaufwand: 4–12 Wochen. Ohne Genehmigung darf nicht gebohrt werden – Planung rechtzeitig starten!
Alternative: Flächenkollektor
Wer ausreichend Grundstück hat (ca. 1,5-fache der beheizten Wohnfläche), kann statt der Tiefenbohrung einen horizontalen Flächenkollektor verlegen. Kosten: ca. 3.000–8.000 € (Erdarbeiten + Rohrverlegung). Nachteil: niedrigere Entzugsleistung bei kalten Wintern, da der Boden nahe der Oberfräche stärker auskühlt.
2. Vollständige Kostenaufstellung (Gesamtprojekt)
| Kostenposition | Preisspanne | Hinweis |
|---|---|---|
| Sole-Wasser-Wärmepumpe (Gerät) | 12.000–22.000 € | Je nach Hersteller & Leistung |
| Tiefenbohrung (80–150 m) | 8.000–18.000 € | Genehmigung erforderlich |
| Installation & Einbindung | 2.500–5.000 € | Hydraulik, Rohrleitungen |
| Pufferspeicher (200–400 L) | 800–1.500 € | Empfohlen für optimalen Betrieb |
| Sole-Befüllung & Inbetriebnahme | 300–700 € | Einmalig |
| Heizkörpertausch auf Fußbodenheizung* | 3.000–10.000 € | Nur bei alten Radiatoren nötig |
| Gesamtkosten (ohne Umbau) | 18.000–40.000 € | Vor Förderung |
| Nach Bundesförderung (bis 12.500 €) | ab ca. 6.000 €* | *Bei max. Förderung + günstigem Projekt |
* Heizkörpertausch nur bei alten Radiatoren nötig. Erdwärmepumpen sind am effizientesten mit Flächenheizungen (Vor-/Rücklauf 35/30 °C). Individuelle Kosten variieren nach Region und Geologie.
3. Betriebskosten & JAZ – Warum Erdwärme die Nase vorn hat
Der entscheidende Vorteil der Erdwärmepumpe: Die konstante Bodentemperatur (8–12 °C) sorgt für deutlich höhere Jahresarbeitszahlen (JAZ) als bei Luftwärmepumpen. Für ein EFH mit 15.000 kWh Heizwärmebedarf/Jahr:
| System | JAZ | Stromverbrauch/Jahr | Betriebskosten/Jahr (AT) |
|---|---|---|---|
| Erdwärmepumpe (Sole-Wasser) | 4,0–5,5 | 2.700–3.750 kWh | 675–938 € |
| Luftwärmepumpe | 2,8–3,8 | 3.950–5.360 kWh | 988–1.340 € |
| Gasheizung | 95 % | 15.789 kWh Gas | 1.895 € |
| Ölheizung | 92 % | ~1.630 L Heizöl | 2.120 € |
Strompreis 25 ct/kWh, Gaspreis 12 ct/kWh, Heizöl 1,30 €/L (AT Durchschnitt 2026).
Ersparnis vs. Ölheizung: 1.182–1.445 € pro Jahr
Mit einer Erdwärmepumpe sparst du gegenüber einer Ölheizung jedes Jahr über 1.000 € an Betriebskosten. Über 20 Jahre summiert sich das auf 24.000–29.000 € Ersparnis – selbst nach Abzug der höheren Investition.
4. Förderung Erdwärmepumpe Österreich 2026
Erdwärmepumpen werden in Österreich besonders stark gefördert – sowohl auf Bundesebene als auch durch die Bundesländer.
Bundesförderung (Klima- und Energiefonds)
Sole-Wasser-Wärmepumpe
Geräteförderung · Antrag über klimaaktiv.at · VOR dem Kauf!
Bohrbonus (neu 2024+)
Zusätzlich zur Geräteförderung · Für Tiefenbohrungskosten · VOR der Bohrung beantragen!
Raus aus Öl & Gas Bonus
Zusätzlich bei Austausch fossiler Heizung · Kombinierbar
Gesamtpotenzial (Bund)
Gerät + Bohrbonus + Raus aus Öl & Gas · Vor Landesförderung
Bundesländer-Förderungen 2026
Alle österreichischen Bundesländer bieten zusätzliche Zuschüsse, die mit der Bundesförderung kombinierbar sind:
| Bundesland | Förderung | Antragsstelle |
|---|---|---|
| Wien | bis 5.000 € | wohnbaufoerderung.wien.gv.at |
| Niederösterreich | bis 4.000 € | noe.gv.at/wohnbau |
| Oberösterreich | bis 6.000 € | land-oberoesterreich.gv.at |
| Steiermark | bis 3.500 € | zukunftsfonds.steiermark.at |
| Tirol | bis 5.000 € | tirol.gv.at/foerderungen |
| Vorarlberg | bis 4.000 € | vorarlberg.at/bauen-wohnen |
Maximales Förderpotenzial: bis zu 20.500 €
Bundesförderung (7.500 €) + Bohrbonus (5.000 €) + Raus aus Öl & Gas (2.000 €) + Landesförderung (bis 6.000 €) = bis zu 20.500 €. Alle Anträge müssen VOR Kauf und Bohrung gestellt werden!
5. Installation Schritt für Schritt
-
1
Heizlastberechnung & Planung
Fachbetrieb beauftragt Heizlastberechnung nach EN 12831. Ergebnis bestimmt benötigte Pump- und Bohrleistung. Dauer: 1–2 Wochen.
-
2
Wasserrechtliche Genehmigung beantragen
Einreichung bei der Bezirksverwaltungsbehörde. Beilagen: Lageplan, Geologisches Gutachten (optional, empfohlen), Bohrprogramm. Bearbeitungszeit: 4–12 Wochen.
-
3
Förderantrag stellen
Antrag auf klimaaktiv.at einreichen – VOR Kauf und VOR Bohrbeginn! Bohrbonus separat beantragen. Ohne Antragsnummer keine Förderung.
-
4
Tiefenbohrung durchführen
Nach Förderzusage und Genehmigung: Bohrung durch zertifiziertes Brunnenbauerunternehmen. Dauer: 1–3 Tage je nach Tiefe.
-
5
Wärmepumpe einbauen & hydraulisch einbinden
Einbau des Geräts, Solefüllung, Anbindung an Heizkreis und Warmwasserspeicher. Inbetriebnahme durch Fachbetrieb. Dauer: 2–4 Tage.
-
6
Verwendungsnachweis einreichen
Rechnungen, Installateursnachweis, Fotos und Prüfprotokolle an die Förderstelle. Auszahlung nach Prüfung (4–8 Wochen).
6. Erdwärmepumpe vs. Luftwärmepumpe: Wann lohnt sich was?
| Kriterium | Erdwärmepumpe | Luftwärmepumpe |
|---|---|---|
| Gesamtkosten (brutto) | 18.000–40.000 € | 11.000–23.000 € |
| Förderung (max.) | bis 14.500 € (Bund) | bis 9.500 € (Bund) |
| JAZ (Jahresarbeitszahl) | 4,0–5,5 | 2,8–3,8 |
| Betriebskosten/Jahr | 675–938 € | 988–1.340 € |
| Lärm | Kein Außengeräusch | Außengerät hörbar |
| Genehmigung | Wasserrecht nötig | Keine Genehmigung |
| Installationsaufwand | Hoch (Bohrung) | Gering |
| Geeignet für Altbau | Ja (höhere Vorlauftmp.) | Ja (mit Optimierung) |
| Amortisation | 10–15 Jahre | 7–12 Jahre |
Empfehlung: Erdwärme für Langzeit-Investor
Erdwärmepumpen lohnen sich besonders für Eigenheimbesitzer, die 20+ Jahre im Haus bleiben, ein größeres Gebäude haben oder auf maximale Effizienz und Ruhe (kein Außengerät!) setzen. Wer schnell amortisieren möchte, ist mit der Luftwärmepumpe besser bedient. Mehr dazu: Luftwärmepumpe Kosten Österreich.
7. Häufige Fragen zur Erdwärmepumpe
Fazit
Die Erdwärmepumpe ist die effizienteste Heizlösung für österreichische Hausbesitzer, die langfristig denken. Zwar sind die Anfangskosten mit 18.000–40.000 € höher als bei der Luftwärmepumpe – doch die staatliche Förderung bis 14.500 € (Bund), niedrigste Betriebskosten aller Heizarten und eine Lebensdauer von 20–25 Jahren machen die Investition langfristig überaus attraktiv.
Die goldene Regel: Antrag VOR dem Kauf und VOR der Bohrung stellen! Nutze unseren Förderfinder, um die für dich optimale Kombination aus Bundes- und Landesförderung zu ermitteln.
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